Zahnriemen wechseln

Zahnriemen

Der Zahnriemen, auch Steuerriemen genannt, ist ein entscheidendes Bauteil an Ihrem Auto. Der Zahnriemen hat eine zentrale Aufgabe im komplizierten Miteinander eines Motors: Er treibt über die Kurbelwelle die Nockenwelle an, die wiederum die Ventile steuert – mehrere tausend Mal pro Minute.

Beim Viertaktmotor müssen sich die Ventile präzise zu den vorgegebenen Zeiten öffnen und schließen. Dabei unterliegt er einer gewissen Abnutzung und muss regelmäßig gewechselt werden – denn früher oder später reißt er sonst. Reißt der Zahnriemen bleiben Nockenwelle und Ventile stehen, während sich die Kolben weiterbewegen, was zu einem schweren Motorschaden führen kann.

Die Verzahnung des Steuerriemens sorgt für eine immer gleich bleibende und exakte Einhaltung der Steuerzeiten.

Gerät die Ansteuerung der Nockenwellen außer Takt, (z.B. durch einen Zahnriemenriss), können die Kolben mit den Ventilen kollidieren. Schlägt ein Kolben auf ein oder mehrere Ventile ein – werden diese damit verbogen, können sich nicht mehr in Ventilführungen bewegen und werden auch „undicht“. Die Kolben selbst und die Lagerschallen in Pleuelstangen, können durch die Kollision einen Schaden nehmen – ein kapitaler Motorschaden ist die Folge.

So ein Schaden lässt sich nur sehr kostenintensiv in Stand setzen. Der Zylinderkopf muss ausgebaut werden, Ventile  dann geprüft und bei Bedarf erneuert werden – was sehr Zeitaufwändig ist. Desweiteren werden die Kolben und die Lager auf der Kurbelwelle geprüft und eventuell auch erneuert. Um Kolben auszubauen muss die Motorölwanne ausgebaut werden …  Deshalb –  wenn Zahnriemenwechsel ansteht, sollte das auch gemacht werden, denn es ist auf jeden Fall „günstiger“ –  als später eine Motorinstandsetzung oder sogar ein Motortausch.

Die Wechselintervale ist sehr unterschiedlich

Die Wechselintervale für einen Zahnriemenwechsel wird von dem Autohersteller vorgegeben. Diese hängt von der Laufleistung (in der Regel zwischen 90.000 und 210.000 km) und, oder  bei manchen Motoren – Zeitabhängig, d.h. zum Beispiel: 5 oder 6 Jahren. Bitte unbedingt sich bei dem Hersteller erkundigen. Sichtbare Beschädigungen und Risse im Riemen sind ein weiteres Indiz dafür, dass es Zeit für einen neuen Zahnriemen ist.

In modernen Autos haben Zahnriemen lange Serviceintervalle und besitzen einen leisen Lauf. Der Zahnriemen ist Öl und Flüssigkeitenempfindlich  und ist deswegen auserhalb des Smiersystems in einem Zahnriemengehäuse verbaut. Beim Nachfüllen von Flüssigkeiten ist besonderes darauf zu achten dass kein Kühlmittel oder Öl in Kontakt mit dem Zahnriemen kommt.

Ignoranz der Wechselintervale kann teuer werden

Zahnriemenwechsel ist sicher kein günstiges Vergnügen. Mit mehr als 300 Euro muss man fast immer rechnen. Auch deshalb, weil in dem Zusammenhang Teile wie Spannrolle,  Umlenkrolle und Wasserpumpe vorsorglich gleich mit erneuert werden sollten, da diese im Rahmen der Reparatur sowieso gelöst oder ausgebaut werden müssen.

Hinzu kommt, dass sich Zahnriemen und Wasserpumpe auf einander einlaufen und die Kombination aus neuem Zahnriemen und alter Wasserpumpe zu Problemen führen kann (mal abgesehen davon dass die Wasserpumpe auf Grund der Laufleistung auch undicht werden kann).