Motoröl, Ölwechsel selber machen

Ölwechsel selber machen
Ölwechsel selber machen

Das Motoröl ist wie ein flüssiges Bauteil, das den Motor optimal ergänzt, schützt und Höchstleistungen möglich macht.

Motoröl ist eine unerlässliche Komponente im Lauf des Motors, es vermindert die Reibung zwischen aufeinander gleitenden Teilen, dient zur Kühlung des Motors und ist insbesondere als Schmierfilm im Zylinder relevant.

Es ermöglicht dem Kolben und allen drehenden Teilen, sich weitgehend verschleißfrei zu bewegen. Eine gute Schmierung des Motors ist wichtig, damit kein unnötiger Verschleiß auftritt. Deshalb ist ein regelmäßiger Ölwechsel nach Herstellervorgaben ist einfach eine Pflicht für jeden Autobesitzer, der sein Auto noch viele tausend Kilometer fahren will.

Bedeutung der Öl-Bezeichnungen.

5W-30, VW 507 00, BMW LONGLIFE-04, ACEA – diese Abkürzungen wirken manchmal verwirrend, doch wenn man weiß worauf da zu achten ist – sind die alles andere als kompliziert.
Die Angabe 5W-30 auf dem Kanister oder der Öldose kennzeichnet die SAE-Klasse . Die beschreibt die Viskosität des Öls. „W“ steht für „Wintereignung“ und  ist demnach ein Mehrbereichsöl – welches im Winter wie im Sommer verwendet werden kann. Die Zahl vor dem „W“ ist die Niedrigtemperatur – Viskosität Angabe. SAE 5W  – ist bis -35° C pumbar, das heißt – die Ölpumpe kann das Öl noch fördern und der Motor wird noch ausreichend geschmiert. (SAE 0W – bis -40°C, SAE 10W bis -30°C, SAE 15W bis -25°C, SAE 20W bis -20°C, SAE 25W bis -15°C
).

Bei der Wahl des passenden Motoröls, ist es wichtig  auf die Freigabe des Autoherstellers zu achten. Die mögliche Variante eines Freigabecodes ist zum Beispiel  “ VW 507 00 “ . Findest du keine Herstellerfreigaben auf der Verpackung, musst du auf die ACEA oder API – Spezifikationen achten. Entsprechende Angaben zum Öl stehen im Serviceheft oder Betriebsanleitung zum Fahrzeug. Die verschiedene Ölsorten dürfen auch gemischt werden sofern diese den Vorgaben entsprechen.

Ölwechsel selber durchführen.

Achtung: Falsches Öl kann zu Motorschäden führen. 

Wenn du  gerne an deinem Auto selber schraubst, kannst du mit etwas Geschick und Einhaltung einiger Schritte den Ölwechsel vielleicht selber durchführen. Bei einem Ölwechsel sollte immer auch der Ölfilter mitgetauscht werden.

Folgende Werkzeuge und Teile werden benötigt:

  1. Wagenheber und Unterstellböcke oder zwei Auffahrtrampen (im Idealfall – Hebebühne ).
  2. Ölauffangwanne.
  3. Drehmomentschlüssel.
    Ölwechsel selbst machen
  4. Ölfilterschlüssel
  5. Bremsenreiniger und Putzlappen.
  6. Handlampe oder Taschenlampe
  7. Handelsüblichen Werkzeug zur Demontage von Unterbodenverkleidung.
  8. Handschuhe und Schutzbrille.
  9. Motoröl und Ölfilter.
  10. Neue Ölablassschraube oder ein Dichtring.

1 Schritt :

Motor warm fahren damit das Öl besser aus der Ölwanne abfließt. Kaltes Öl ist zähflüssig und würde nur langsam aus dem Motor fließen. Motor muss allerdings nicht heiß sein, da sonst Hautverbrennungen drohen. Nur einige wenige Minuten des Motorlaufs reichen hier aus.

2 Schritt :

Das Auto anheben und aufbocken oder auf zwei Auffahrtrampen auffahren. Hier gilt : Sicherheit hat oberste Priorität, man begibt sich hier direkt unter das Fahrzeug und es dürfen keine Risiken eingegangen werden. Außerdem sollte das Auto waagerecht stehen damit das Öl vollständig ablaufen kann. Es gibt aber auch Ölwannen an denen die Ölablassschraube im hinteren Bereich der Ölwanne angebracht ist. In solchen Fällen können die Auffahrtrampen unbedenklich genutzt  werden.

3 Schritt :

Fast alle Fahrzeuge haben unter dem Motor zusätzliche Verkleidungen, diese müssen jetzt demontiert werden . In der Regel sind dazu nur wenige Schrauben zu lösen. Manchmal sind es “ spezielle “ Schrauben, wie zum Beispiel so genannte  „Torx“ Schrauben und man sollte natürlich dazu passendes Werkzeug zur Hand haben.

4 Schritt :

Ölwechsel selber machen
Ölwechsel – Ölilter

Als nächster wird der Ölfilter gewechselt. Dazu brauchst du ein Ölfiterschlüssel oder bei vielen Autos eine passende Sechskantnuss mit einer Ratsche ( Knarre). Ölfilter oder Ölfilterdeckel abschrauben, am besten vorher den Bereich um Ölfilter mit Putzlappen unterlegen. Neuen Filter aus der Verpackung nehmen, eventuell vorhandene Dichtung erneuern, ( bei Metallfiltern ist diese schon an dem Ölfilter angebracht ). Die Dichtung mit neuem Öl leicht benetzen,(mit einem Finger z.B.). Es muss darauf geachtet werden dass der alte Dichtring nicht am Motor hängen bleibt, denn sonst wird der neue Ölfilter garantiert undicht. Den neuen Ölfilter ansetzen und festziehen, dabei gilt – den Metallfilter ( auch Boxfilter genannt ), mit einer Hand reindrehen bis dieser am Motorblock oder Ölfiltergehäuse anliegt, danach  ca. 3/4 Umdrehung weiter drehen. Bei Ölfilterdeckel  (Papier-Wechselfilter) ist auf vorgeschriebenes Drehmoment zu achten. Tipp: Diese Angabe steht meistens auf dem Deckel drauf.

 

5 Schritt :

Ölwechsel selber machen
Ölwechsel – Ölablassschraube

Damit im Motor kein Unterduck beim ablassen des Öls entsteht, muss jetzt  der Öldeckel abgenommen werden. Ölauffangwanne unter dem Motor und dem Bereich der Ölablassschraube positionieren. Jetzt die Ölablassschraube mit einem geeignetem Werkzeug lösen, herausschrauben und das Altöl abfließen lassen. Es dauert ein Paar Minuten bis das Altöl abgeflossen ist. Die gereinigte oder eine neue Ablassschraube (mit einem neuen Dichtring versehen) wieder in die Ölwanne einschrauben und festziehen (Herstellervorgaben beachten – diese hat eine bestimmte Drehmomentvorgabe). Wer die Schraube ohne den Drehmomentschlüssel festzieht – riskiert eine undichte Ölablassschraube, weil zum Beispiel beim “ überziehen“ der Schraube das Gewinde an der Ölwanne beschädigt wird. Veröltes Bereich mit einem Putztuch und Bremsenreiniger säubern.  

Wichtig : Entsorgung des Altöls und des Ölfilters. Das Altöl sowie der alte Ölfilter werden einfach beim Händler abgegeben, von dem das neue Öl und filter stammen.Der Händler ist verpflichtet, Altöl und Filter in der gleichen Menge wie der des neu gekauften Öls zurückzunehmen.

6 Schritt :

Nun wird das frische Öl in den Motor gefüllt. Dazu ist es empfehlenswert in der Bedienungsanleitung nach der Ölmenge zu schauen. Dann kannst du den Motor über den Öleinfüllstutzen mit neuem Öl befüllen.  Am besten verwendest du erstmal ½ Liter Öl weniger als die Herstellervorgabe vorschreibt. Es ist besser erstmal weniger Öl einzufüllen, denn nach der Ölstandkontrolle kann man noch etwas Öl beifüllen. Wenn aber zu viel Öl eingefüllt ist – muss es wieder über Ölablassschraube abgelassen werden (oder mit spezieller Pumpe abgesaugt werden).

7 Schritt :

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Ölfilterdeckel in einem V-6 Diesel-Motor

Den Motor starten und einige Sekunden laufen lassen (etwa 30 Sekunden), dabei achten darauf dass die Öldruck – Kontrollleuchte ausgeht. Dies ist notwendig damit das gesamte Ölsystem und der Ölfilter befüllt werden. Das Auto muss jetzt auf eigenen Räder und waagerecht stehen. Ein Paar Minuten warten, diese Zeit kann man für die Überprüfung des Ölfilters auf Dichtheit nutzen. Jetzt kannst du den Ölstand  mit dem Ölmessstab prüfen und bei Bedarf das Öl bis Maximum auffüllen. Ein ausgefüllter Ölzettel hilft den Überblick für die Wechselintervalle zu behalten. Tipp : Moderne Fahrzeuge haben keinen Ölmessstab, da wird der Ölstand direkt im Display angezeigt.

So einfach kannst du Öl mit Ölfilter an deinem Auto wechseln. Dabei kannst du dir viel Geld sparen, wenn du dein Öl und alles was noch dazu benötigt wird, günstig im Internet bestellst, anstatt es teuer in der Werkstatt zu kaufen. Viel Spaß und vor allem viel Erfolg dabei!